Der Antrag der CDU auf Entwicklung des städtischen Areals der Trabrennbahn für Wohnbaunutzung hat zum Teil heftige Reaktionen ausgelöst.Wansing Heinz Das nimmt der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Heinz Wansing, zum Anlass noch einmal Stellung zu beziehen.

Wansing: „Sicherlich haben wir mit unserem Antrag ein Thema aufgeworfen, das mit vielen Emotionen verbunden ist, aber die abenteuerlichen Verschwörungstheorien, die in den letzten Tagen verbreitet wurden entbehren jeder Grundlage.

Wir wissen sehr wohl, dass der Trabrennverein einen gültigen Vertrag bis 2035 hat und der ist von uns auch akzeptiert. Dennoch glauben wir, dass es möglich ist, eine einvernehmliche Lösung zu finden die die Stadt in die Lage versetzt früher über die Flächen zu verfügen. Die Entwicklung einer so riesigen Fläche wird ohnehin viele Jahre in Anspruch nehmen. Also wird der Trabrennverein so oder so, unbeeinträchtigt unserer Überlegungen in den nächsten Jahren dort Trabrennen veranstalten.

Für die Zukunft allerdings schwebt uns dort etwas Anderes vor. Entgegen anderer Behauptungen aber kein Luxuswohnquartier à la Bärenkampcarrè. Die Vision vom Seequartier ist geeignet Phantasien zu wecken, wird aber dort nie umgesetzt werden. Wer etwas anderes behauptet, hat dafür auch den Beweis anzutreten. Wir wollen attraktive Wohnbebauung für die breite Schicht der Bevölkerung. Und dazu gehört ein hoher Anteil sozial geförderter auch barrierefreier Wohnungen. Wenn man weiß, dass über die Hälfe aller Bürger Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein hat, sprechen wir über Normalverdiener, den größten Teil unserer Bevölkerung und über wirklich arme Leute. Und als Eigentümer hat es dann die Stadt in der Hand ,nicht an den Höchstbietenden, sondern an einen Bauträger zu verkaufen, der bezahlbaren Wohnraum garantiert. Wir denken da, allen voran, an die Wohnbau Dinslaken. Beim Verkauf der Flächen muss die bedarfsgerechte Entwicklung im Vordergrund stehen, nicht der höchste Zufluss in die Stadtkasse. Bei der möglichen Entwicklung soll die Bürgerschaft stark eingebunden werden. Die Entwicklung und Gestaltung der Flächen sollen zur Bereicherung des Stadtbildes führen und allen Bürgern zugutekommen. In dem Bereich der Trabrennbahn können weit mehr als 500 Wohneinheiten entstehen. Ein solches Potenzial gibt es an keiner anderen Stelle in unserer Stadt. Fest steht, dass diese Wohnungen dringend gebraucht werden. Wenn wir die Nachfrage nach bezahlbaren und barrierefreien Mietwohnungen nicht erkennen und befriedigen, wird Dinslaken auf absehbare Zeit für viel weniger Menschen Heimat sein können.

Politik muss die Realität wahrnehmen und die Überlegungen für die Zukunft darauf ausrichten. Diejenigen, die uns vorwerfen, wir wollten dem Rennverein den Garaus machen, sollten sich mal fragen, wann sie den letzten Renntag auf der Trabrennbahn besucht haben. Die Trabrennbahn in Dinslaken war einmal das Zugpferd der Stadt und hat unseren Namen in die Welt getragen. Und ohne den Bergbau wäre Dinslaken nie das geworden, was unsere Stadt heute ist. Es gibt Entwicklungen, die sind - ob man das will oder nicht - irgendwann nicht mehr aufzuhalten. Wenn wir uns nicht dem Klagen verschreiben wollen, müssen wir den Aufbruch wagen.“


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Ausgabe "Schwarz auf Weiss" von Sabine Weiss aus Berlin